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„Wo sind die Perspektiven für die Pflege?“ - Auszubildende der BILDUNGSWERKstadt treffen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil

Sie wollen ein Zeichen setzen – ein Zeichen für den Berufsstand, dem sie einmal angehören wollen, ein Zeichen für mehr Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit in der Pflege: 14 Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflege, die am kommenden Montag, 16. August 2021, die Gelegenheit nutzen wollen, Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), zu den Perspektiven ihres Ausbildungsstands zu befragen. Der Minister wird um 16 Uhr eine kurze Rede halten und will im Anschluss explicit mit Auszubildenden aus der Region ins Gespräch kommen. In einem VIP-Bereich besteht dann auch die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit dem Minister.

Freuen sich darauf, am Montag mit Bundesarbeitsminister Heil zu diskutieren: 14 Auszubildende der Akademie für Gesundheitsfachberufe, der BILDUNGSWERKstadt St. Vincenz.

Schon jetzt wollen sich die Auszubildenden für bessere Arbeitsbedingungen in ihrem späteren Arbeitsumfeld  einsetzen und halten Veränderung und konstruktive Entwicklung in der Pflege für überfällig: „Schon seit Jahren appelliert die Pflege an die Politik, den eklatanten Notstand in ihrem Arbeitsbereich zu ändern – bewegt hat sich nichts! Obwohl die Problematiken hinlänglich bekannt sind und sich gerade in den letzten zwei Jahren zuspitzten, wurde in der letzten Legislaturperiode sehr wenig für Pflegende und Pflegeempfänger bewirkt – wie kann das sein?

Wie kann es sein, dass jemand, der Technik und Maschinen in Stand setzt, viel mehr verdient als jemand, der Menschen pflegt? Wie kann es sein, dass Fachkräfte mit so hoher Verantwortung und so hoher körperlicher Verantwortung so gering bezahlt werden? Wie will der Minister den Pflegeberuf attraktiver machen?“ Diese und viele andere Fragen möchten die Auszubildenden der BILDUNGSWERKstadt dem Minister stellen. Sie hoffen, dass auch ihr Engagement ein Stück dazu beiträgt, dass der Pflegeberuf als eigenständiger, hochqualifizierter Berufsstand wahr- und ernstgenommen wird. Einhelliger Tenor: „Wir wünschen uns einen ernst gemeinten Dialog der Politik mit der Pflege und langfristig eine neue  Weichenstellung für unseren Berufsstand.“

Schon einmal war eine Wahlkampfarena der Ausgangspunkt dafür, dass eine heiße öffentliche Diskussion rund um die Pflege entbrannte: Alexander Jorde, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger, konfrontierte 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Millionen von Zuschauern mit teils unhaltbaren Zuständen in der Pflege. Daraufhin diskutierte Deutschland wie noch nie vorher über das eklatante Missverhältnis zwischen der Zahl der Pflegebedürftigen und der Zahl der Pflegekräfte. „Wie konnte es in einem der reichsten Länder der Welt soweit kommen? Und was sagt dieser Zustand über unsere Gesellschaft aus?“, fragte Jorge. Seither kamen die Situation und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte nie so ganz aus den Schlagzeilen, die Corona-Pandemie entfachte die Diskussion neu. Die Auszubildenden der BILDUNGSWERKstadt und ihre Dozent:innen sind nun gespannt sein, was der Bundesarbeitsminister zum Thema zu sagen hat und wie er sich zu den Fragen der Auszubildenden positioniert.