Seitliche Unternavigation

Zusatzinformationen im Sidebar

Hauptinhalt

Schulterschmerz - überraschend und vernichtend – welche Therapie hilft und wie beuge ich vor?

Orthopädie aktuell: Dr. Alexander Bode spricht über Schmerzen und Instabilität des Schultergelenks

Jede dritte Person im Alter über 30 Jahre klagt über Schulterschmerzen; jeder zehnte der Patienten in jeder orthopädischen Praxis kommt wegen Schmerzen in der Schulter; nicht eingeschlossen darin sind Verletzungen durch einen Unfall, wie beispielsweise ein ausgekugeltes Schultergelenk oder ein Knochenbruch im Bereich der Schulter und der angrenzenden Knochen, wie z. B. Oberarm oder Schlüsselbein. Schulterschmerz ist mittlerweile zur Volkskrankheit avanciert. "Schmerzen und Instabilität des Schultergelenks – Operationen in Schlüssellochtechnik" lautet daher das Thema des nächsten Vortrags im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Focus Gesundheit - Orthopädie aktuell": Dr. Alexander Bode, Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, wird die spezielle Problematik in Sachen Schulterschmerz erläutern. Der Vortrag findet am Mittwoch, 23. April 2014 um 18.30 Uhr in den Konferenzräumen der Limburger Klinik statt.

Die Schulter ist ein ausgesprochen empfindliches Gelenk. Stabilisiert wird sie größtenteils über Sehnen und Muskulatur. Dies beschert ihr zwar einen sehr großen Bewegungsradius, aber es macht sie gleichzeitig sehr anfällig für Unfallverletzungen oder auch für degenerative Schäden und sogenannte Verschleißerscheinungen, wie beispielsweise chronische Schleimbeutelentzündungen bis hin zur fortgeschrittenen Schulterarthrose mit Gelenksteife. Neben Tipps zur Prävention von Schulterschmerz wird der Referent erläutern, ob und wann eine Operation sinnvoll ist und auch über die neuesten operativen Standards in Schlüssellochtechnik informieren.

Die Beschwerden (Symptome) der Patienten mit Schulterschmerz ohne vorherigen Unfall reichen von ausschließlich bewegungsabhängigen oder auch nächtlich betonten Ruheschmerzen bei freier Beweglichkeit bis hin zur sogenannten Pseudoparalyse, das ist die fast vollkommene Aufhebung der Beweglichkeit im Schulterbereich. In der Behandlung ist es wichtig, zunächst die Ursache der Beschwerden zu ermitteln. Selbstverständlich muss jeder Patient vom Orthopäden an der Schulter persönlich untersucht werden. Dabei ist fast immer ein Röntgenbild, und in den meisten Fällen auch eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) der Schulter notwendig.

Am häufigsten finden sich Verkalkungen in den Sehnen, die in den Schleimbeutel eingebrochen sind und dort zu heftigen Entzündungen führen (Kalkschulter). Andere Ursachen können aber auch chronische knöcherne Verengungen bis hin zu Sehnenrissen sein (Schulterengpass- oder Impingement-Syndrom). Schnelle Hilfe leisten oft direkte Einspritzungen unter das Schulterdach mit entzündungshemmenden Substanzen, meist in Kombination mit einer krankengymnastischen Übungsbehandlung; die Schulter kann für einige Tage in einer Armschlinge ruhig gestellt und die Schmerzen mit einer ausreichenden Medikation gelindert werden.

Je nach Art und Schwere des Schadens an der Schulter muss gegebenenfalls eine Operation durchgeführt werden. Je nach Befund kann eine OP an der Schulter in Schlüssellochtechnik (d. h. im Rahmen einer sogenannten Spiegelung der Schulter) durchgeführt werden, oftmals hilft aber nur eine aufwendige Rekonstruktionsoperation mit einem entsprechend größeren Schnitt oder es muss gar ein künstliches Gelenk (eine sogenannte Prothese) eingesetzt werden.

Der Erfolg einer solchen Schulter-Operation hängt ganz entscheidend von der richtigen Nachbehandlung ab. Bei allen Schulteroperationen beginnt schon am ersten Tag nach dem Eingriff die Krankengymnastik, oft zunächst noch ohne Krafteinsatz und mit einem kleinen Pendel, an dem Gewicht hin und her geschwungen wird. Vor allem nach Entlassung aus dem Krankenhaus bedarf es der täglichen Übung, denn nur damit kann ein optimales Ergebnis erzielt werden.

Die Veranstaltungsreihe Focus Gesundheit – Orthopädie aktuell wurde im vergangenen Jahr am St. Vincenz-Krankenhaus etabliert und will Laien medizinisch-fachliche Orientierung zu den verschiedensten orthopädischen Fragestellungen geben. Das Parken im hauseigenen Parkhaus ist kostenfrei.