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Pionierleistung und wegweisende Meilensteine: Abschied von Privatdozent Dr. Joachim Hillmeier

Eine Zeitenwende, damals wie heute: Als PD Dr. Joachim Hillmeier vor 19 Jahren als Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie berufen wurde, stand er für eine neue Generation von Vertretern innovativer, moderner Medizin am St. Vincenz. Wenn er am 30. Juni 2021 nach 19 Jahren in den Ruhestand geht, bleibt viel zurück: Der Orthopäde hinterlässt eine medizinisch bestens aufgestellte Abteilung, die er mit großem Engagement geführt und fachlich ausgebaut hat, ein gut eingespieltes Team, vor allem aber eine enorme Aufbau- und Entwicklungsleistung, die glücklicherweise würdige Erben gefunden hat: Für Kontinuität und Weiterentwicklung dieses Engagements bürgt nun Hillmeiers „rechte Hand“, sein langjähriger Leitender Oberarzt Dr. Alexander Bode, der in Form einer chirurgischen Doppelspitze als Chefarzt-Duo mit Dr. Stefan Roland seine Nachfolge übernimmt.

Hillmeier prägte die Abteilung mit großer fachlicher Expertise, aber auch mit seiner Persönlichkeit. Die große Suada war nie seine Sache, er brauchte nicht viele Worte, aber jedes davon saß - punktgenau. Ebenso wie die Meilensteine die er gleich nach seiner Chefarztberufung in Limburg setzte. Sein Name steht für die deutliche Erweiterung des medizinischen Angebots auf dem Schafsberg: Mehrere neue Fachgebiete wurden aufgebaut, allem voran die Wirbelsäulenchirurgie - ein Fach, das zuvor am St. Vincenz noch überhaupt nicht praktiziert wurde. Pionierarbeit leistete der Chirurg auch in der Etablierung der sog. Kyphoplastie, einem Verfahren, in welchem gebrochene Wirbel mit Biozement wieder aufgerichtet werden können. Hillmeier hatte das Verfahren an seiner Alma Mater in Heidelberg federführend in klinischen Studien mit entwickelt, das St. Vincenz wurde eine der ersten Kliniken, an denen diese innovative Therapie praktiziert wurde. Damals konnten die Menschen dies nur auf Privatzahlerbasis nutzen, heute ist die Kyphoplastie eine Kassenleistung und Standardtherapie bei osteoporotischen Frakturen. Jährlich profitieren am St. Vincenz rund 100 Patient:innen von dem schonenden Verfahren.

Minimalinvasive Verfahren sind heute Standard in der Vincenz-Orthopädie, insgesamt entwickelte sich die Unfallchirurgie und Orthopädie unter Hillmeiers Ägide auf ein qualitativ sehr hohes medizinisches Niveau: „Wir fahren hier einen extrem hohen Level, das kann man mit Fug und Recht sagen“, so PD Dr. Hillmeier. Stolz ist der Mediziner auch auf die Versorgung von Polytraumen (das ist die Versorgung von lebensbedrohlich verletzten Patienten): „Hier halten wir mit großem Aufwand ein hoch spezialisiertes Leistungsangebot vor, um schwer verletzten Menschen fachgerecht und auf dem aktuellsten medizinischen Standard helfen zu können.“ Hierbei ist das professionelle interdisziplinäre Management im Schockraum essentiell – auch dank Hillmeiers Engagement schneidet die Limburger Klinik hier im nationalen Vergleich sehr gut ab – nach Überzeugung des Chirurgen das „Ergebnis einer hervorragenden interdisziplinären Teamleistung.“ Seit 2009 ist das St. Vincenz-Krankenhaus als regionales Traumazentrum zertifiziert.

Wegweisend in der endoprothetischen Versorgung der Patient:innen am St. Vincenz war sicher die Einführung des sog. Joint Care-Programms. Dank eines zwischen den verschiedensten medizinischen Disziplinen eng aufeinander abgestimmten Konzepts mit psychologischer Komponente profitierten Patient:innen mit Hüft- und Knieproblemen durch die Implantation ausgeklügelter künstlicher Gelenke in Verbindung mit der Expertise modernster Anästhesiologie von deutlich früherer Mobilisation und geringeren postoperativen Schmerzen. Dafür wurde Joint Care® ausgezeichnet: das ganzheitliches Behandlungskonzept, das Patienten nach der Implantation von Gelenken deutlich schneller wieder auf die Beine kommen lässt, wurde von der Financial Times Deutschland zu einem der gelungensten Innovationen im Gesundheitswesen gekürt – PD Dr. Hillmeier und seine Abteilung zählten zu den Wegbereitern.

Auch durch gezielte Weiterbildungen seiner leitenden Ärzte kann Hillmeiers Abteilung heute ein breit gefächertes unfallchirurgisch-orthopädisches Spektrum anbieten. So steht die endoprothetische Versorgung aller großen Gelenke als besonderer Schwerpunkt der Orthopädie ebenso wie die Spezialisierungen in der Fuß- und Wirbelsäulenchirurgie schon seit Jahren auf mehreren Schultern. Zudem ist PD Dr. Hillmeier Mitglied in der Prüfungskommission für Fachärzte der Landesärztekammer Hessen und lehrt neben der Studentenausbildung in Limburg auch an der Universität Heidelberg.

„Wir verabschieden uns mit großem Respekt und großem Dank von einem außerordentlich engagierten Mediziner, der seiner Abteilung und damit auch unserem Haus in der Region eine hohe Reputation erarbeitet hat“, so Verwaltungsratsvorsitzender RA Erwin Reuhl und Geschäftsführer Guido Wernert und. Man verliere einen besonders verdienten Chefarzt, der einen unverzichtbaren Beitrag für die unfallchirurgisch-orthopädische Versorgung der Patienten im Landkreis Limburg-Weilburg geleistet habe.