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Konzentrierte Kompetenz im Kampf gegen den Krebs: Möglichkeiten der Hochpräzisionsstrahlentherapie

Startveranstaltung des Forum Gesundheit in 2014 beschäftigt sich mit den Chancen der therapeutischen Möglichkeiten der Strahlentherapie

Krebs zählt auch in Hessen zu den häufigsten Todesursachen. Im interdisziplinären Behandlungskonzept für onkologische Patienten nimmt die Strahlentherapie eine immer wichtigere Rolle ein. Die modernen Verfahren der Strahlentherapie eröffnen zahlreiche neue therapeutische Optionen: Mit ihrer Hilfe können auch Tumore, gegen welche die Medizin bisher machtlos war, bestrahlt werden. "Möglichkeiten der Hochpräzisionsstrahlentherapie" ist daher das Thema von Dr. Martin Henzel beim Start des "Forum Gesundheit": Am Mittwoch, 12. März 2014, um 18 Uhr wird der leitende Arzt des Instituts für Strahlentherapie am St. Vincenz-Krankenhaus über die innovativen Bestrahlungstechniken an der Limburger Klinik informieren.

Die Hochpräzisionsstrahlentherapie ermöglicht die Behandlung von besonders difficilen Tumoren: So können sowohl Tumore, die von Natur aus strahlenresistent sind und eine sehr hohe Strahlendosis benötigen, als auch Tumore, die nah an strahlenempfindlichen Organen liegen, behandelt werden. Je präziser eine Bestrahlung ist, desto höher darf die Strahlendosis im Tumor sein. Hierzu zählen die stereotaktische Strahlentherapie, die Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) und die Image guided Radiotherapy (IGRT). All diese Verfahren schonen das gesunde Gewebe deutlich besser als bisher und eröffnen gleichzeitig umso höhere Heilungschancen. In dem Vortrag sollen diese modernen Hochpräzisionsstrahlentechniken verständlich vorgestellt werden.

Die stereotaktische Strahlentherapie ist eine besondere Form der Punktbestrahlung, bei der die Patienten mit Hilfe von Masken in eine möglichst exakte Lageposition gebracht werden, um Ungenauigkeiten bei der Bestrahlung zu minimieren. Gleichzeitig ermöglicht dies sehr konzentrierte, hohe Einzeldosen, die das Zielvolumen, sprich den Tumor, exakt treffen und gleichzeitig gesundes Gewebe so weit als möglich schonen. Dieses Verfahren wird insbesondere bei Metastasen im Gehirn, Lunge und Leber wie auch bei kleinen Bronchialkarzinomen, die aus internistischen Gründen nicht operiert werden können, angewandt. Auch bei primären Tumoren des Zentralen Nervensystems ist die stereotaktische Strahlentherapie das Mittel der Wahl.

Weitere Verfahren sind die IMRT (Intensitätsmodulierte Radiotherapie) und die IGRT (Image guided Radiotherapy). Bei der IMRT wird das Bestrahlungsfeld in mehrere kleinere Felder unterteilt, die mit unterschiedlicher Intensität und aus verschiedenen Richtungen bestrahlt werden. So kann die Dosis dem Gewebe präzise angepasst werden: Während Tumore oder das Gewebe, aus dem ein Tumor entfernt wurde, eine insgesamt sehr hohe Strahlendosis erhalten, werden empfindliche, gesunde Gewebe und Nachbarorgane geschont – ein enormer Vorteil gegenüber den bisherigen Verfahren, bei welchen alle Bestrahlungsfelder eine gleiche Intensität hatten. Außerdem kann die Intensität innerhalb eines Strahlenfeldes so verändert werden, dass mit unterschiedlicher Dosis bestrahlt werden kann.

Bei der IGRT wird vor der Bestrahlung ein sog. ConeBeam-CT gefahren. So kann die aktuelle Lage des Patienten exakt ermittelt und mit der Bestrahlungsplanung abgeglichen werden. Auch mit der IGRT lässt sich eine millimetergenaue Bestrahlung erzielen. Beide Verfahren werden in der Therapie von Prostatakarzinomen und Tumoren im HNO-Bereich eingesetzt.

Ziel der modernen Strahlentherapie ist die maximale Tumorkontrolle mit minimalen Nebenwirkungen. Hierfür gibt es am Institut für Strahlentherapie am St. Vincenz-Krankenhaus beste Bedingungen: Erst vor einem Jahr wurde der neue Hochpräzisionsbeschleuniger eingeweiht - eine zukunftsorientierte Entscheidung für die onkologischen Patienten der Region. Damit wurden die Voraussetzungen für eine optimale Bestrahlungsplanung und Bestrahlungstechnik geschaffen.

Hintergrund

Das "Forum Gesundheit" ist eine Vortragsreihe, welche die Kreisvolkshochschule Limburg in Zusammenarbeit mit der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH und der Nassauischen Neuen Presse als Medienpartner organisiert. Aktuelles medizinisches Wissen soll in allgemeinverständlicher Form einem breiteren Publikum nahe gebracht werden. Der Besuch der Veranstaltung und das Parken im hauseigenen Parkhaus des Krankenhauses sind gebührenfrei.