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Begleitung am Ende des Lebens: 1000 Euro für die Palliativmedizin

Die Aktion war relativ begrenzt, doch die Wirkung groß: 1000 Euro waren der Erlös, den die Interessengemeinschaft Werschau mit ihrem Weihnachtsmarkt an einem einzigen Nachmittag im Advent des vergangenen Jahres erzielte. Brigitte Weimer und Dieter Braun vom Vorstand der Initiative waren zwar überrascht ob des guten Ergebnisses, konnten sich aber die positive Resonanz schlüssig erklären: "Es war die Philosophie der Palliativstation, die die Menschen überzeugt hat. Jeder hat gerne und auch sehr bewusst das Portemonnaie gezückt", erklärten beide jetzt bei der offiziellen Spendenübergabe im St. Vincenz-Krankenhaus. Darüber hinaus hätten viele Aussteller auf die Rückgabe der Kaution für ihren Stand verzichtet: "Alle waren unisono der Meinung, dass diese wichtige Aufgabe auch besonders unterstützenswert ist."

PD Dr. Thomas Neuhaus, Chefarzt der Palliativstation, dankte für die großartige Unterstützung und bestätigte den Überbringern, dass das Geld für diesen Zweck gut angelegt sei. Palliativmedizin orientiere sich am ureigentlichen Wesen von Medizin und sei von einer sehr unbedingten Orientierung am Menschen bestimmt, so der Onkologe. Im Vordergrund stehe immer der Patient, dessen individuelle Lebensqualität erhalten und möglichst verbessert werden solle. Sein Wille sei maßgebend. Es gehe um eine würdevolle, menschliche, aber auch fachlich kompetente Begleitung in der letzten Phase des Lebens. In enger Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst Limburg und dem Palliativnetzwerk Limburg-Weilburg würden Angehörige oder andere Pflegende, die möglicherweise auch Angst vor der Bewältigung der schweren, aber wichtigen Aufgabe der Begleitung zu Hause haben, betreut und beraten.

Dem Leben nicht mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben – dieses Zitat von Cicely Saunders bringe den eigentlichen Hintergrund der palliativmedizinischen Arbeit auf den Punkt, erläuterte Neuhaus. "Es ist das unbestreitbare Verdienst der Pioniere der Palliativmedizin, einen grundsätzlichen Wandel des Denkens und vor allem des Handelns im Blick auf das Sterben in unserer Gesellschaft erzielt zu haben," so der Chefarzt. Gerade wenn eine tumorspezifische Therapie nicht mehr möglich oder sinnvoll sei, könne noch sehr viel für die Lebensqualität der Patienten getan werden. Das Sterben sei nicht mehr Ausdruck einer medizinischen Niederlage, sondern vielmehr "Teil des Seins und unserer Arbeit."

Unterstützung für diese Philsophie signalisierte auch Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz. Die Krankenhausgesellschaft stärke nach Kräften alle Bemühungen in der Region, schwerstkranken Menschen ein ganzheitliches Versorgungskonzept auch im Blick auf die Begleitung am Ende des Lebens anzubieten. Auch er dankte den beiden Vertretern aus Werschau für ihre großartige Initiative zur Unterstützung der Palliativmedizin.