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125 Ideen für die Identität: "Ein wichtiger Schritt für unsere Zusammenarbeit"

1. Preis ist ein Treff mit dem Chef: St. Vincenz geht neuen Weg in der internen Entwicklung - Mitarbeiter entwickeln moderne Strukturen für eine bessere Zusammenarbeit

Die MitarbeiterInnen* der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH haben ab sofort die Gelegenheit, Geschäftsführer Guido Wernert einmal ganz persönlich zum Gedankenaustausch zu treffen. Keine autokratische Audienz ist gemeint, sondern ein Treff auf Augenhöhe, bei dem der Geschäftsführer in erster Linie nur Eines tun wird: Zuhören. Dies soll dem Geschäftsführer einen direkten Kontakt zur Basis und die Chance eröffnen, die Stimmungslage, aber auch Anregungen oder Ideen aus den Reihen der fachlich wie persönlich bunt gemischten Belegschaft direkt und "ungefiltert" zu erfahren. Dies ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs unter den Mitarbeitern der Krankenhausgesellschaft, welcher die Identifikation mit dem Unternehmensleitbild als Basis für die Arbeit in den Einrichtungen des Unternehmens fördern sollte.

"Ideen für die Identität" lautete das Motto des Wettbewerbs, in dem Martin Neubauer, Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, von einer interdisziplinär besetzten Jury zum Sieger gekürt wurde mit seiner unkonventionellen Idee, die den Initiator und Ideengeber des Wettbewerbs ganz persönlich betrifft. Guido Wernert selbst ist begeistert: "Eigentlich ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass mich Mitarbeiter persönlich kontaktieren können. Man übersieht allerdings im Berufsalltag, dass so etwas für viele sicher eine Hemmschwelle ist." Ein solches Treff mit dem Chef soll nun etwa alle sechs Wochen möglich sein und wird mit 60 bis 90 Minuten eingeplant. Interessierte Mitarbeiter können sich ab sofort im Sekretariat der Geschäftsführung eintragen lassen.

Guido Wernert: "Oft sind es nur Veränderungen im Kleinen, die große Wirkung haben, kleine Details, die für nachhaltige Veränderung sorgen können." Ein Unternehmen lebe elementar vom Engagement und den Ideen seiner Mitarbeiter, erläutert Wernert. Ohne deren Phantasie und Kreativität gebe es auch für ein Unternehmen keine Entwicklung, keinen Erfolg.

Ende des vergangenen Jahres hatte Wernert seine Mitarbeiter zum großen Ideenwettbewerb aufgerufen. Mit der konkreten Umsetzung war das Team des Qualitätsmanagements unter Leitung von Peter Voss beauftragt. Das Ergebnis waren 125 Ideen aus den Reihen der Mitarbeiter der unterschiedlichsten Fachabteilungen. Alle Ideen zielten in Richtung optimierter Personalentwicklung. Ein tolles Ergebnis findet Geschäftsführer Guido Wernert: "Ich freue mich sehr über die tolle Resonanz und vor allem natürlich über die vielen guten Ideen. Sie sind ein ideeller Gewinn für unsere Krankenhausgesellschaft und gleichzeitig auch ein Gewinn in Richtung auf ein gelebtes Leitbild."

Die Jury hatte die insgesamt 14 Gewinner ausgewählt, deren Ideen nun kontinuierlich umgesetzt werden sollen: Ein Leitender Oberarzt, ein Mitglied der Pflegedienstleitung, ein Vertreter der Verwaltung, ein Vertreter aus den übrigen Dienstbereichen sowie eine Vertreterin des Betriebsrats gehörten diesem Gremium an. Auswertung und Prämierung erfolgten inkognito, Qualitätsmanagementbeauftragter Peter Voss und seine Mitarbeiterin Sabrina Baum hatten für eine komplette Anonymisierung gesorgt. So blieb es bis zum Schluss auch für das Auswahlgremium eine Überraschung, wer wohl hinter welcher Idee steckte.

Den zweiten Preis gewann Lisa Detlev, Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, mit der Idee von Hospitationen in anderen Abteilungen. Hierdurch sollen die Mitarbeiter die Gelegenheit haben, andere Bereiche und Berufsgruppen besser kennen zu lernen. So könnte es für Pflegepersonal interessant sein, wie andere Stationen arbeiten oder auch, mit welchen Aufgaben sich die Mitarbeiter der Verwaltung beschäftigen. Im Gegenzug könnten Verwaltungsmitarbeiter einen Einblick in medizinische Bereiche bekommen. So sollen sich die Mitarbeiter besser kennen lernen, die Prozessabläufe im gesamten Haus besser nachvollziehen können und hierdurch mehr Wertschätzung und Verständnis für ihre Kollegen entwickeln. Um dies zu organisieren, soll eine eigene Hospitationsstelle eingerichtet werden.

Der dritte Preis wurde für die Idee von Patenschaften für neue Mitarbeiter vergeben, auch dieser war von Lisa Detlev eingereicht worden. Die Paten sollen bei allen Fragen und Unklarheiten zur Seite stehen, die sich ganz zwangsläufig in einem so großen Unternehmen für neue Mitarbeiter ergeben. Der Pate sollte ein gleichgestellter Kollege sein, der entweder aus derselben oder einer anderen Abteilung kommt. Die Patenschaft soll mindestens die ersten sechs Monate dauern und auf freiwilliger Basis übernommen werden. Schon bei Zusendung des Arbeitsvertrags soll der Name des Paten mitgeteilt werden. Gleichzeitig soll auch in Stellenanzeigen und im Intranet mit diesem Angebot geworben werden.

Kriterien für die Auswahl der Jury waren neben der Einschätzung im Blick auf das Verbesserungspotential in Richtung Leitbild auch Originalität und Kreativität, Umsetzbarkeit, aber auch die detaillierte Ausarbeitung der Idee. 49 Ideen wurden aufgrund ihres Charakters an das Komitee des betrieblichen Vorschlagswesens weitergeleitet, wo es auch die Möglichkeit einer Honorierung gibt. Weitere prämierte Ideen waren die Etablierung einer unabhängigen Vertrauensperson mit eigenen Sprechstunden, konkrete Vorschläge zu wertschätzendem, mitarbeiterorientiertem Umgang und Feedback-Prozesse für leitende Mitarbeiter nach folgendem Procedere: Mitarbeiter können Wünsche und Anregungen mit Hilfe eines Moderators offen kommunizieren. Der Moderator hält die Wünsche und Anregungen fest, die differenzierten Ziele werden nachhaltig verfolgt. Darüber hinaus gab es konkrete Vorschläge, wie Mitarbeiter in Bau- und Veränderungsprozesse des Unternehmens besser einbezogen werden können. Andere Vorschläge befassten sich mit einer besseren Implementierung des Leitbilds, sei es durch eine interaktive Woche oder durch visuelle Projekte wie Banner- oder Plakataktionen. Last but not least wurden Vorschläge gemacht, wie sich einzelne Abteilungen beim Mitarbeiterfest vorstellen und damit auch untereinander besser bekannt machen können. Neben Interviews mit dem jeweils jüngsten oder ältesten Mitarbeiter einer Abteilung wurden auch sportliche Wettkämpfe vorgeschlagen, bei welchen die Gruppen per Zufallssimulator gebildet werden. An alle prämierten Ideengeber wurden weitere wertvolle Sachpreise vergeben.

*Im Folgenden meinen alle Formulierungen, die auf Mitarbeiter bezogen sind, beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet wird.